Original VON PETER BÖTTNER (Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 16.Juni 2009)
KLEINENBROICH
Zu welcher Partei gehört der
britische Premierminister Gordon Brown, und wo ist bitte schön der
amerikanische Präsident Barack Obama geboren worden? Der europaweite
Englischtest „The Big Challenge" ist mehr als nur ein Abfragen
grammatischer Grundlegen, die teilnehmenden Schüler müssen sich unter
anderem auch in Landeskunde beweisen. Umso mehr fallen die guten
Platzierungen zweier Schülerinnen der Realschule Korschenbroich ins Auge.
Unter 3361 NRW-Kandidaten der Jahrgangsstufe acht belegten Janine Haering
den ersten und Caroline Brocker den dritten Platz.
Dementsprechend stolz ist Englischlehrerin
Gerlinde Meyer-Goleck, die ihre Klassen geschlossen an dem Test teilnehmen
lässt: „Es ist wichtig für die Schüler, ihre Leistungen auch mal durch
einen externen Vergleich einzuordnen. Wettbewerbe sind eine sinnvolle
Ergänzung zum Unterrichtsalltag, leider sind Sprachwettbewerbe für
Realschulen rar gesät." Die große Herausforderung - so lautet die
wörtliche Übersetzung des Wettbewerbs, stellte die Korschenbroicher
Schüler tatsächlich vor einige Hürden.
Selbstversuch
Was
Achtklässler
können, kann ich schon lange? Starten Sie doch einfach den
Selbstversuch und beantworten Sie zwei Fragen aus dem Test:
1.
The ...
was
the ship that carried the Pilgrim Fathers
to
America.
2. Jenny
offered
to
do
my hair
but
i'd rather ... by
a
professional hairdresser.
Die Antworten:
„Mayftower"
und
„have
it done".
|
„Einfach
war es nicht", lacht die 14-jährige Caroline Brocker, die nach eigenen
Angaben „Sprachen irgendwie besser lernen kann als beispielsweise Mathe".
54 Fragen mussten sie und ihre Mitschüler in nur 45 Minuten beantworten,
dabei stieg der Schwierigkeitsgrad der Fragen immer weiter an. „Durch die
unterschiedliche Wertigkeit der einzelnen Fragen kann gewährleistet
werden, dass am Ende eben eine gerechte Abstufung erfolgt", erklärt
Lehrerin Gerlinde Meyer-Golek.
In der Realschule Korschenbroich, wo die
Lehrer feste Klassenräume haben, ist die Teilnahme an der „Big Challenge"
schon fast Tradition. Caroline Brocker war beispielsweise auch schon im
Vorjahr dabei und belegte ebenfalls den dritten Platz. An der Klassentür
von Gerlinde Meyer-Golek hängt ein kleines Schild mit den
Unterrichtsregeln. „Always speak english" steht da beispielsweise
geschrieben, vielleicht hängt der Erfolg ihrer Schüler ja auch mit solchen
Grundsätzen zusammen. Janine Haering wollte sich dennoch nicht auf ihre
Tagesform und das Schulwissen verlassen und bereitete sich bereits vor dem
Wettbewerb gewissenhaft vor. „Auf der Homepage des Wettbewerbs gab es
Beispieltests, dadurch konnte ich mich ganz gut an das Fragenmuster
gewöhnen", verrät die 14-Jährige.
306 von 350 möglichen Punkten hat Janine
Haering am Ende erreicht, gescheitert ist sie ausgerechnet bei der Frage
nach der politischen Heimat Gordon Browns. „Ich habe auf die Konservative
Partei getippt, tatsächlich ist er aber von der Labour Party", ist Janine
mittlerweile schlauer.
Und auch die Frage nach der kanadischen
Hauptstadt stellte die Erstplatzierte vor ein kleines Rätsel - „auf Ottawa
bin ich einfach nicht gekommen". Trotz dieser kleinen Wissenslücken bleibt
das Gesamtergebnis mehr als positiv. „Und genau darum geht es doch: Wir
wollen die Schüler positiv bestärken. Deshalb würde es auch nichts
bringen, meine Schüler jetzt in einen Vergleich mit Gymnasiasten zu
schicken, das Frustpotenzial wäre zu hoch. Leider gibt es wirklich zu
wenig Wettbewerbe für Realschulen", so Gerlinde Meyer-Golek